Stellungnahme zum Besuch des iranischen Außenministers auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif weilt zurzeit auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die wie jedes Jahr unter lautem Gegenprotest stattfindet. Dabei dürfte er unter anderem seiner italienischen Amtskollegin Emma Bonino begegnen.

Bonino war Ende Dezember zu Gesprächen mit Zarif und dem iranischen Präsidenten nach Teheran gereist. Sie war damit die erste Vertreterin der Europäischen Union, die den Iran nach der vorläufigen Einigung im Atomstreit besuchte. Bei diesem Besuch soll es zu einem diplomatischen Vorfall gekommen sein, über den die israelische Zeitung Haaretz und die italienische Presse kürzlich berichteten.

Offenbar hatte sich Bonino beim Aussteigen aus dem Flugzeug geweigert, ein Kopftuch anzuziehen, wie es den Gesetzen des Iran entspricht. Ihr sonst so charmanter Amtskollege Zarif soll darüber nicht amüsiert gewesen sein. Man habe sie vor die Wahl gestellt, entweder das Tuch zu tragen oder unverrichteter Dinge den Rückflug anzutreten.

Auch habe man der Ministerin drei verschiedene Kopftücher zur Auswahl angeboten. Bonino soll daraufhin erst einmal eine Zigarette geraucht haben, bevor sie sich für den Weg der Diplomatie und für das rötliche Tuch entschied. Bei ihrem Treffen mit Zarif wirkte sie unter dem Tuch nicht immer souverän. Man sprach sogar von einer Demütigung der Ministerin.

Daher fordern wir die Organisatoren der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 nachdrücklich und mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit auf, Herrn Zarif an den Gesprächen nur teilnehmen zu lassen, wenn er eine Krawatte trägt. Aus Respekt gegenüber der Kultur des Gastlandes sollte er über seinen Schatten springen und das "Symbol des Imperialismus" anlegen.

Gerne darf er die Farbe der Krawatte selbst wählen (z.B. grün, lila, weiß-blau gerautet, regenbogenfarben oder schwarz). Und er soll die Frage beantworten, wie es im Iran zu den 33 Hinrichtungen innerhalb einer Woche kommen konnte, über die Amnesty International zuletzt berichtete, und was er dagegen zu tun gedenkt.

United4Iran - Bayern e. V.

Außenminister Zarif und seine italienische Kollegin

Emma Bonino am Teheraner Flughafen, noch ohne Kopftuch