Aufhebung der Sanktionen: Iran lässt vier Gefangene frei

Heute scheint der Tag der guten Nachrichten zu sein (siehe auch letzte Meldung). Iran hat die Auflagen des Atomabkommens erfüllt, die Sanktionen sind aufgehoben. Viele IranerInnen hoffen nun auf eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Situation. Ob sich dies erfüllen wird, ist aber unklar. Denn zu der wirtschaftlichen Misere Irans haben auch interne Faktoren wie Korruption, Misswirtschaft und mangelnde Rechtssicherheit beigetragen.

Und während einige westliche Unternehmen in den iranischen Markt drängen, sind noch immer unzählige politische Gefangene im Iran inhaftiert. Die Zahl der Festnahmen und Hinrichtungen ist im letzten Jahr sogar gestiegen.

Immerhin: Im Rahmen der Verhandlungen ließ Iran nun vier Gefangene mit US-amerikanischem Pass frei. Dazu gehören der "Washington Post" - Reporter Jason Rezaian (im Bild), der vom Islam konvertierte Pastor Saeed Abedini und der ehemalige US-Marinesoldat Amir Hekmati. Gleichzeitig kamen in den USA sieben Iraner frei, die gegen die Sanktionen verstoßen hatten.

Das iranische Regime hat also gezeigt, dass es durchaus Zugeständnisse machen kann. Die internationale Gemeinschaft darf jetzt nicht aufhören, auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage zu drängen. Und die Medien dürfen das Thema angesichts der wirtschaftlichen Aufbruchstimmung jetzt nicht unter den Tisch kehren.