Brutaler Angriff auf politische Gefangene in Evin

Dutzende Sicherheitskräfte haben eine Station des Teheraner Evin-Gefängnisses gestürmt, in der politische Gefangene untergebracht sind. Dabei wurden zahlreiche Insassen verletzt. Nach dem Angriff am 17. April wurden circa 30 Gefangene in Einzelhaft verlegt.

Die Information stammt aus einem Bericht der oppositionellen Zeitung Kaleme und wurde von Angehörigen der Gefangenen bestätigt. So teilte die Tochter des inhaftierten Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani dem Radiosender RFE/RL mit, dass ihr Vater unter den Gefangenen war, die geschlagen und isoliert wurden.

"Um die 100 Wächter, Mitglieder einer Einheit zur Aufstandsbekämpfung, sind in das Gefängnis eingedrungen. Unter dem Vorwand, die Station 350 inspizieren zu wollen, haben sie die Gefangenen brutal angegriffen und zusammengeschlagen" sagte Maede Soltani in einem Telefoninterview. Soltani habe die Information von "zuverlässigen" Quellen innerhalb des Gefängnisses erhalten.

Die Online-Zeitung Kaleme, die die Nachricht zuerst meldete, nannte den Angriff "beispiellos". Ein derartiger Akt der Gewalt gegen politische Gefange sei in den letzten 20 Jahren nicht vorgefallen.

Dem Bericht zufolge wurden über 30 Gefangene verletzt, vier von ihnen mussten außerhalb des Gefängnisses medizinisch behandelt werden. Einige Gefangene hätten schwere Verletzungen wie Rippen- oder Schädelbrüche erlitten. Ein Folgebericht der Zeitung enthält Angaben zu den Verletztungen einzelner Gefangener.

Amnesty International sagte, die Berichte über den Angriff hätten neue Besorgnis um die Sicherheit der Gefangenen im Iran ausgelöst.

URGENT ACTION ++ EVIN PRISONERS AT RISK AFTER REPORT OF RIOT