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Iran Journal

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Ein Blick in die Zivilgesellschaft Irans
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40 Jahre Islamische RepublikFrauensport im Iran

18. Februar 2019 - 16:24

Frauensport spielt beinahe überall in der Welt in der „zweiten Liga“. Im Iran jedoch wurde Frauen nach der Revolution vor 40 Jahren beinahe jeder Sport untersagt. Erst durch Bemühungen liberaler Politiker*innen und Frauenrechtlerinnen wurden schrittweise bestimmte Sparten wieder zugelassen.

Von Nasrin Bassiri

Mitte Januar gab das iranische Sportministerium bekannt, dass die „Islamische Föderation für Frauensport“ (IFS) ihre Aktivitäten wieder aufnehmen soll. Die IFS war 1990 gegründet und von Faezeh Rafsanjani, der Tochter des verstorbenen iranischen Ex-Präsidenten Hashemi Rafsanjani – einst einer der mächtigsten Männer der Islamischen Republik -, geführt worden.

Die Föderation wurde von Anfang an von den politischen und religiösen Hardlinern angefeindet und zwei Jahrzehnte später durch Streichung der Mittel praktisch lahmgelegt.

Dennoch versuchten die iranischen Sportlerinnen weiter zu trainieren und wo es nur ging an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen.

Mehr als Sport

Frauensport ist im Iran bei weitem mehr als ein Ausdruck der Tüchtigkeit der weiblichen Körper. Vielmehr wollen die Frauen in erster Linie ihre Fähigkeiten und ihren Kampfgeist zur Schau stellen und glänzen, wo sie eben können. So versuchen sie, ihren Ruf als das „schwache Geschlecht“ zu kompensieren und der Bevormundung durch Männer entgegenzutreten.

So kann erklärt werden, warum das iranische Frauen-Futsal-Team 2018 bei den Asien-Meisterschaften mit einem 5:2-Sieg im Finale gegen Japan den ersten Platz einnahm, obwohl es keine mit anderen Ländern vergleichbare Unterstützung erfahren hat. Sara Shirbeygi erzielte mit neun Toren dabei die meisten Treffer.

Bereits 2015 waren die iranischen Frauen Asien-Meisterinnen.

Nicht einmal zuschauen

Doch im staatlichen iranischen Fernsehen wurden die Futsal-Meisterinnen nicht gezeigt. Die iranische Bevölkerung konnte sie nur in den verbotenen Satelliten-TV-Programmen bewundern.

Die Spielerinnen haben bereits seit 40 Jahren nicht mehr die Möglichkeit, ein Fußballstadion von innen zu sehen. Frauen dürfen „halbnackten Männer“ nicht beim Spiel zusehen, heißt die offizielle Begründung; wenn das Spiel tobt und die Köpfe hitzig werden, könnten Männer unanständige Sprüche rufen, ein weiterer Vorwand. Der Zutritt zu Fußballstadien ist seit einer Ewigkeit ein Thema der iranischen Frauenbewegung. Seit Oktober 2018 hat der Damm zwar einen Riss, doch ist er nicht gebrochen.

Im Sommer 2015 drohte die US-Föderation vor einem Spiel der US-Fußballmannschaft in Teheran, das amerikanische Team werde nicht antreten, wenn Frauen nicht der Zutritt gewährt werde. Die iranische Sportbehörde gewährte daraufhin fünf Alibi-Frauen – Iranerinnen mit ausländischen Pässen – den Zutritt (1), damit das Spiel stattfinden konnte, während viele Iranerinnen vor verschlossenen Toren protestierten. Ähnliche Situationen wiederholten sich, und jedes Mal wurde wenigen iranischen Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft der Zugang erlaubt, wenn Druck von ausländischen Teams oder etwa der FIFA kam.

Im Februar 2018 reiste FIFA-Präsident Gianni Infantino nach Teheran, um das Spiel zwischen den rivalisierenden Mannschaften Esteghlal und Persepolis anzusehen. Bei einer Unterredung mit Hassan Rouhani forderte er den Staatspräsidenten auf, das Zutrittsverbot für Frauen aufzuheben. Mit Erfolg: Dieses Mal durften einige ausgewählte Frauen mehr in das riesige, für 100.000 Zuschauer*innen vorgesehene Stadion. Es blieben dennoch stets zahlreiche junge Frauen vor verschlossenen Toren, die vergeblich versuchten, sich durch Proteste Zutritt zu erkämpfen, während die „ausgewählten“ Frauen durch einen separaten Eingang in eine männerfreie Zone gebracht wurden. Infantino berichtete nach seiner Rückkehr in die Schweiz, die iranische Regierung habe ihm versprochen, das Problem bald zu lösen.

Freundschaftsspiel Iran – Rumänien:

„Die Zahl der Zuschauerinnen wird steigen“

Die Teheraner Parlamentsabgeordnete Tayebeh Siawoshi ist zuversichtlich: Fast 40 Jahre sei die Debatte um den Zutritt von Frauen in die Stadien ein absolutes Tabuthema gewesen. „Nun sind wir soweit, dass ausgewählte Frauen der Zutritt zu den Sportstätten erlaubt wird“ sagte sie – weil die FIFA das so will. Laut Siawoshi hat das Sportministerium kein Problem mit Frauen im Stadion. Wenn Justiz und Ordnungskräfte am selben Strang ziehen würden, dürfte das Problem längst gelöst sein.

Die Reaktion auf die Präsenz einer größeren Zahl von Frauen in den Stadien war ein Twitter-Hagel von männlichen und weiblichen User. Die Begeisterung war nicht zu bremsen. Gholamhossein Zamanabadi von der iranischen Fußball-Föderation sagte der Nachrichtenagentur Mehr: „Ich bin zuversichtlich, dass die Zahl der Frauen in den Stadien kontinuierlich wachsen wird.“ Ein unkontrollierter Zugang aller Frauen bräuchte aber „noch ein wenig Geduld. Wir üben unsere ersten Schritte“, so Zamanabadi.

Kurz darauf meldete sich der oberste Staatsanwalt des Iran in derselben Nachrichtenagentur zu Wort. Seine Haltung: Eine Frau begehe eine Sünde, wenn sie in ein Sportstadion gehe und dort „halbnackten Männern“ zusehe. Solle sich das wiederholen, werde er die Teheraner Staatsanwalt anweisen, sich des Problems anzunehmen. Die Äußerung Zamanabadis verschwand von der Seite.

Gesetzliche Hürden für Sportlerinnen
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Zum 40. Jahrestag der iranischen Revolution -War die Revolution ein Fehler?

14. Februar 2019 - 14:41

Mehran Barati und Esfandiar Tabari kämpften für das Zustandekommen der iranischen Revolution vor 40 Jahren, Barati vom Ausland aus und Tabari innerhalb des Landes. Farhad Payar sprach mit ihnen über Sinn und Unsinn der Revolution und ihre Meinung zu den aktuellen Entwicklungen im Iran und und möglichen Alternativen zur Islamischen Republik.

 Farhad Payar (F. P.): Die Parteien und Organisationen, die maßgeblich an der Revolution beteiligt waren, sind sich über die Ziele der Revolution nicht einig. Manche sagen, man habe soziale Gerechtigkeit schaffen wollen, für andere war die Schaffung einer parlamentarischen Demokratie das Ziel, andere wiederum behaupten, die Modernisierungsmaßnahmen des Schah-Regimes hätten für den Aufstand gesorgt und es habe gar keine klare Vorstellung von der Zukunft gegeben. Was ist Ihre Meinung?

Esfanidar Tabari (E. T.): Von den oppositionellen Gruppierungen, ob Sozialisten oder National-Liberale, hatte keine ein Konzept für die politische Zukunft des Landes oder klare Vorstellungen von der zukünftigen Regierungsform des Iran. Die Linken verlangten nach sozialer Gerechtigkeit und die national-religiösen Liberalen sehnten sich nach Freiheit, wobei die Freiheit nicht genau definiert war und eher an Redefreiheit oder Meinungsfreiheit gedacht wurde. Und dieses Vakuum wurde von den Islamisten unter der Führung von Ayatollah Khomeini genutzt, um ein islamisches System zu etablieren. Dabei wurden sie auch von anderen Gruppierungen und den meisten Intellektuellen unterstützt.

F P.: Warum haben diese Khomeini unterstützt?

E. T.: Weil für sie die Demokratie kein Thema war. Deshalb gaben sie sich mit Khomeinis Aussage „Ich bin auch ein Demokrat“ zufrieden. Demokratie als politischer Diskurs oder die genauere Definition eines demokratischen Systems war für sie nicht von Belang.

F. P.: Also war die Revolution ein wilder Aufstand …

Esfandiar Tabari

E. T.: Die Revolution war anfangs ein Marsch der unzufriedenen Massen und kristallisierte sich bald als eine Protestbewegung gegen den Machtapparat heraus. Sie wollten das Schah-Regime zerschlagen, das war ein Konsens der unterschiedlichen Menschen und Gruppierungen. Man muss allerdings sagen, dass die Oppositionellen durch das diktatorische Schah-Regime gar keine Möglichkeit hatten, sich zu organisieren oder gar zu Wort zu melden. In den letzten Jahren vor der Revolution waren nur die religiösen Kräfte frei, sich zu bilden und gegenüber dem Regime kritisch zu äußern, die Linke und Demokraten nicht.

F. P.: Warum diese Entwicklung?

E. T.: Das Schah-Regime sah vonseiten der Religiösen keine Gefahr. Es schien als würde es die Religiösen als Waffe gegen die Kommunisten einsetzen, die von der Sowjetunion unterstützt wurden.

F. P.: Stimmen Sie dem zu, Herr Barati?

Mehran Barati (M. B.): Ja. Allerdings muss man sagen, dass im Iran im eigentlichen Sinne des Wortes keine politischen Parteien existierten, außer in Ansätzen die (moskautreue) Tudeh-Partei. Die Oppositionellen hatten entweder sogenannte Fronten gebildet – wie die Nationale Front – oder sie waren Mitglieder oder Sympathisanten der Guerilla-Gruppen. Sie hatten gar kein Programm, keine Vorstellung von einem politischen Wandel. Es gab nur die Vorstellung: Wenn das Schah-Regime weg ist, dann kommt alles andere automatisch zustande. Es gab nur einzelne Intellektuelle wie etwa Mostafa Rahimi, die eine kritische Meinung zur religiös dominierten Revolution hatten.

Khomeini hatte seine Vorstellung von Velayat Faqhih, also einem islamischen System unter der Führung von Rechtsgelehrten, 1969 in seinem irakischen Exil aufgeschrieben. Wir hatten ja in den 1970ern seine Schriften gelesen und wussten, was er beabsichtigt. Deswegen ist die Aussage, wir seien Khomeini auf den Leim gegangen, weil er uns Freiheiten versprochen hat, nicht richtig. Es wird auch behauptet, die Revolution sei eine islamische gewesen. Damit will man die anderen Beteiligten an der Revolution aus der Verantwortung nehmen. Es war nicht so. Sie waren auch daran beteiligt und sie haben akzeptiert, dass die Revolution islamisch wurde.

F. P.: Warum haben sie es akzeptiert?

Mehran Barati

M. B.: Vielleicht hängt das mit der Bevölkerungsstruktur zusammen. Man kann sagen, die Mehrheit der Bevölkerung war religiös. Wenn man sich gegen Ayatollah Khomeini gestellt hätte, hätte man dann die Massen gegen sich gehabt. Jedenfalls haben die Oppositionellen, aber auch die 50.000 oder 100.000 Intellektuellen des Landes ihre Vorstellungen von der politischen Zukunft nicht formuliert, sie haben geschwiegen. Und nicht nur das. Khomeini bekam sogar von den meisten von ihnen Hilfe, zum Beispiel von der angeblich säkularen Nationalen Front.

F. P.: Warum angeblich?

M. B.: Weil sie gar nicht echt säkular war. In ihrer Satzung wurde als Bedingung zur Mitgliedschaft die Zugehörigkeit zum Schiismus angegeben. Und als es deshalb Proteste gab, wurde die Organisation auch für Angehörige des Zoroastrismus geöffnet. Das ist nicht säkular. Die Nationale Front duldete es sogar, dass die Islamisten die Bilder ihres Nationalhelden Mohammad Mosaddegh bei den Demonstrationen verbannen wollten. Selbst die (kommunistische) Tudeh-Partei hatte sich aus politischem Kalkül dem Islam verschrieben.

E. T.: Es gab Übereinstimmungen, zum Beispiel in Bezug auf die Gerechtigkeit. Viele, besonders die Linken, haben im Islam ein Potenzial zur Schaffung der Gerechtigkeit gesehen. Der Rest war für sie zweitrangig, etwa der Schleierzwang für Frauen. Als Khomeini die Schleierpflicht einführte, gab es wochenlang Demonstrationen der städtischen Frauen dagegen. Doch keine politische Organisation oder Partei hat sie unterstützt.

F. P.: Und Sie selbst?

E. T.: Auch ich war, beeinflusst von der damaligen politischen Kultur, nicht damit einverstanden. Wir dachten, wir haben gerade eine Revolution hinter uns und sollten Geduld haben, damit die Dinge sich richtig entwickeln. Fast alle, auch die Linken und Intellektuellen, haben die Veränderungen Richtung Islamisierung hingenommen, weil sie dachten, es würde nicht so schlimm werden. Und so wurden die Proteste der Frauen sehr schnell niedergeschlagen.

F. P.: Es gab also keine kritischen Stimmen?
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40 Jahre Islamische Republik40 Jahre Kampf gegen Frauenrechte

13. Februar 2019 - 16:47

Nayereh Tohidi, Genderforscherin und Universitätsdozentin an der California State University, hält die Islamische Republik Iran für eine „männliche Republik der Rechtsgelehrten“. Deshalb habe sie als erstes den Frauenrechten den Kampf angesagt. Gleichzeitig habe sie den islamischen Frauen die Möglichkeit gegeben, aus den Nischen der traditionellen Familien herauszukommen und an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen aktiv teilzunehmen.

Meine Beobachtungen und Recherchen lassen mich feststellen, dass nicht nur die Bezeichnung der Staatsform des Iran – Islamische Republik – und ihr Grundgesetz sowie deren Struktur in sich widersprüchlich sind, sondern die Lage der Frauen in der vierzigjährigen Geschichte dieses Regimes genauso paradox ist.

Die ideologischen und rechtlichen Fundamente des Regimes, insbesondere in den Bereichen Strafrecht, Familienrecht und Privatsphäre, stützen sich auf das traditionelle so genannte Fiqh; eine veraltete Rechtslage, die von männlichen Rechtsgelehrten verfasst worden und zum größten Teil patriarchalischer Natur ist.

Dieses vormoderne kanonische Gesetz, das jahrhundertelang von schiitischen Geistlichen in den Religionsschulen gepflegt wurde, musste der iranischen Gesellschaft während der Revolution von 1979 schmackhaft gemacht werden. Hilfe geleistet haben dabei die jungen, gut ausgebildeten islamistischen Revolutionäre, die sich mit dem „anti-imperialistischen“ und „anti-diktatorischen“ Diskurs auskannten.

Die Identität der iranischen Gesellschaft ruhte zu jener Zeit mehr oder minder auf drei Säulen: der alten iranischen Kultur, dem Islam und der (vor allem westorientierten) Modernität. Also blieb den machtbesessenen Rechtsgelehrten keine andere Alternative, als den damals üblichen Diskurs der Revolution (linksorientiert, anti-imperialistisch, anti-diktatorisch, unabhängigkeits- und freiheitsorientiert) mit dem selbsterfundenen islamistischen Herrschaftssystem der Rechtsgelehrten unter einen Hut zu bringen und der Gesellschaft in der Form der in sich widersprüchlichen „Islamischen Republik“ aufzuzwingen.

Die vierzigjährige Geschichte dieser „Republik“ jedoch zeigt, dass nicht die vom Volk gewählten Organe die Geschicke des Landes bestimmen, sondern die Weltanschauung der männlichen Rechtsgelehrten, allen voran „des obersten Rechtsgelehrten“ – Vali Faqhih -, der sich als „Vertreter Gottes“ versteht.

Frauen haben aktiv an der iranischen Revolution teilgenommen

 

In dieser „Republik“ gilt die Hälfte der Gesellschaft als zweitklassig, weil sie weiblich ist. Diese Hälfte darf aus dem gleichen Grund keinen Anspruch auf Herrschaft oder Statthalterschaft haben. Es gibt aber auch andere Teile der Gesellschaft, die ebenfalls keinen Anspruch auf Herrschaft, Führung, Leitung oder politische Positionen haben dürfen: weil sie keine Schiiten sind oder nicht an die „absolute Statthalterschaft des Rechtsgelehrten“ glauben.

Diese männliche Republik der Rechtsgelehrten hat in den vergangenen vierzig Jahren gezeigt, dass sie weder die Grundsätze einer demokratischen Republik noch die moralischen und spirituellen Grundsätze einer eigenständigen Religion aufweist.

Das erste Opfer der „Islamischen Republik“

Die Paradoxien dieses Systems sind bei den Frauenthemen sowie im Bereich Sexualität und Gender am deutlichsten zu erkennen. Frauenrechte waren das erste Opfer einer Revolution, die sehr schnell einen rückschrittlichen Kurs einschlug. Kein Wunder, dass die ersten großen Kundgebungen unter dem neuen Regime durch Frauen zustande kamen.

Kurz nach dem Sieg der Revolution, im März 1979, demonstrierten Tausende Frauen in den Städten, um nicht zuletzt den Weltfrauentag zu feiern. Die meist aus der Mittelschicht stammenden Frauen protestierten gegen den von Revolutionsführer Ruhollah Chomeini angeordneten religiösen Schleierzwang für Frauen, den Widerruf der Familienrechtsreformen, die Zwangsabsetzung der Richterinnen und weitere frauenfeindliche Anordnungen. Diese Protestwelle dauerte trotz organisierter physischer Gewalt der frauenfeindlichen Männer und fehlender Unterstützung der oppositionellen Kräfte eine Woche lang an und legte sich erst, als die „Islamische Republik“ taktische Zugeständnisse machte.

Hätte es den blutigen und zwecklosen Irak-Iran-Krieg (1980–1988) nicht gegeben, wäre das Schicksal der Menschen und des Regimes im Iran vielleicht anders verlaufen und die Dynamik der Revolution, der Widerstand der Frauen und die Proteste sozialer Gruppen wären nicht zum Stillstand gekommen.

Doch die Kriegslustigen, die von der Errichtung eines neuen „Islamischen Kalifats“ träumten, profitierten vom „Segen“ des Krieges – wie sie es selber beschreiben. Sie errichteten während des Krieges die Stützen ihrer diskriminierenden Herrschaft und ließen einen kleinen Kreis aus „eigenen“ Leuten über Millionen von „nicht dazugehörigen“ Frauen und Männern herrschen.

Die dynamische und fortschreitende Gesellschaft des Iran jedoch unterwarf sich nicht den Überzeugungen und Plänen der fundamentalistischen Islamisten. Die vergangenen vier Jahrzehnte im Iran verliefen durchgehend im Zeichen politischer, kultureller und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen zwischen den patriarchalen, rückschrittlichen, diskriminierenden, autoritären und brutalen Kräften auf der einen Seite und den Andersdenkenden, Freudigen, Toleranten, Pazifisten, Liberalen, Demokraten und Gerechtigkeitsliebenden auf der anderen Seite. Bei diesem gewaltfreien Widerstand spielten die Frauen immer eine signifikante Rolle.

Dynamik der Gesellschaft und Entwicklung der Frauen
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