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Iran-Blogs

Ehem. Iranischer Innenminister kritisiert das islamische Modell

Ali Schirasi - 13. November 2018 - 21:36

Ali Akbar Nateq Nuri ist ein wichtiger iranischer Geistlicher und Politiker. Er war von 1981 bis 1985 iranischer Innenminister unter Ali Chamene‘i und von 1996 bis 2000 Parlamentspräsident. Zur Präsidentenwahl 1997 wurde vom Revolutionsführer Ali Chamene‘i zum Kandidaten erkoren. (Wikipedia)

Er hat nun kürzlich in der berühmten Moschee Dschamran in Teheran eine Rede gehalten, in der er das islamische Modell des Irans gründlich kritisiert.


Ali Akbar Nateq Nur

Wir haben sie übersersetzt.:

Wir wollten ein islamisches Modell sein, ein Vorbild für die gesamte islamische Welt.

Unser Gott ist unser Zeuge, ob wir das, was wir behauptet haben erfüllen konnten.

Wir sind verantwortlich vor unserem Gott und vor den Märtyrern unserer Revolution.

Aber was machen wir? Armut herrscht in unserem Land. Drogen haben unser Land runiniert. Und im ganzen Land herrscht Korruption.

Unser Bildungssystem ist in einem schlechten Zustand.

Unsere Nahrungsmittel haben ein sehr niedrige Quialität.

Können wir so als Vorbild dienen?

Können wir wirklich sagen, dass unsere Judikative rechtens ist, gemäß dem islamischen Modell? Nein!

Können wir sagen dass den Menschen von den Behörden geholfen wird, auch ohne Bestechung? Nein! Wenn den Menschen geholfen würde, bräuchten sie nicht zu uns (zur Geistlichkeit) kommen.

Was folgt daraus für unser Volk? Es unterscheidet nicht mehr und denkt, alle da oben sind korrupt (auch die Geistlichkeit).

Können wir wirklich von uns behaupten, wir seien ein islamisches Modell, ohne uns zu schämen?

Wir haben sie übesersetzt.:

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Fortsetzung des Lehrerstreiks im Iran

Ali Schirasi - 13. November 2018 - 20:47

Letzten Monat haben wir über den Lehrerstreik im Iran berichtet. Der Streik richtete sich gegen die mit der hohen Inflation verbundene Abnahme der Kaufkraft eines Lehrergehalts, gegen die Abnahme der Qualität des Unterrichts und gegen die Verhaftung von Lehrkräften, die sich gewerkschaftlich für die Rechte der Lehrenden eingesetzt haben. Dieser Streik wurde – nach einer Unterbrechung – heute wieder aufgenommen.

Streiks fanden heute in folgenden Städten statt:

Teheran, Maschhad, Tabris, Isfahan, Schiras, Kermanschah, Sanandadsch, Hamedan, Mariwan, Sarw-Abad, Chorram-Abad, Bahane, Saghes, Isfahan, Schiras, Babol, Karadsch, Al-Bors, Dscholfa, Ardabil, Yazd, Buscher, Kazerun, Ghazvin, Sari, und weitere.

Es folgen einige Bilder von den Streiks aus verschiedenen Städten.

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West-Östlicher Diwan im Graf Zeppelin-Haus, Friedrichshafen

Ali Schirasi - 13. November 2018 - 20:23

Am 24. November 2018, findet die Abendveranstaltung „West-Östlicher Diwan. Mit Gedichten von Hafis und Goethe“ im Graf Zeppelin Haus von Friedrichshafen statt. Beginn ist um 19Uhr im Ludwig-Dürr-Saal. Es wird ein literarisch-musikalischer Brückenschlag zwischen den Kulturen.

Mit Gedichten von Hafis auf Persisch und Deutsch, vorgetragen von Ali und Solale Schirasi

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Zeittafel zur Geschichte des Irans

MehrIran - 13. November 2018 - 4:10

  

Um 3200 bis 2400 v. Chr. Die Summerer wandern in Mesopotamien ein und bilden die erste Hochkultur des alten Orients. Um 3000 entwickeln sie die Keilschrift. Nach 3000 Die Akkader, arabische Semiten, kommen nach Mesopotamien und vermischen sich mit den Sumerern. Um 2500 Das Reich von Elam mit der Hauptstadt Susa entsteht. 2400 bis 2200  Erste Hochblüte der Dynastie Akkad.  Um 2200  Arische Stämme aus Zentralasien beginnen, über das Elbursgebirge nach Süden vorzudringen. Die eroberten Gebiete nennen sie Iran, Land der Arier.  Um 2100  Abraham verlässt mit seinem Stamm Mesopotamien und lässt sich in Kanaan nieder.  1728 bis 1686  Hochblüte des Babylonischen Reiches, König Hammurabi verfasst ein vorbildliches Gesetzeswerk.  Um 1250  Die Aramäer, arabische Semiten gründen Kleinstaaten an Euphrat und Tigris.  Um 1000 oder 900  Die arischen Stämme der Meder und Perser wandern aus Südrussland ein und siedeln westlich des heutigen Täbris.  Um 800  Die Perser lassen sich im Gebiet des heutigen Schiras nieder und machen es zu ihrem Stammland Parsa.  708  Deiokes begründet das Mederreich mit der Hauptstadt Ekabatana.  Um 700  In der iranischen Landschaft Parsa entsteht unter Achämenes die Dynastie der Achämeniden.  636  Die Assyrer zerstören das Reich von Elam.  635  Die Meder erobern große Teile des Irans, die Perser werden ihre Vasallen.  Um 630  Zarathustra wird bei Baktra (Afghanistan) geboren.  Um 610  Zarathustra begibt sich zur Meditation in die Einsamkeit und begründet während der folgenden zwei Jahrzehnte seine Religion.  604 bis 562  Blüte des Neubabylonischen Reiches unter Nebukadnezar.  590  Zarathustra muss aus seiner Heimat Baktrien fliehen.  587  Nebukadnezar zerstört Jerusalem und führt große Teile des jüdischen Volkes in die sogenannte Babylonische Gefangenschaft.  559  Kyros II. wird Herrscher der medischen Provinz Parsa.  Um 553  Zarathustra stirbt (vermutlich als Märtyrer).  550  Kyros erobert die medische Hauptstadt Ekbatana.  546  Kyros verleibt Kleinasien seinem Reich ein.  540 bis 539  Kyros erobert Belutschistan, Baktrien und Babylon. Persien wird Weltmacht.  538  Kyros entlässt die Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft.  

530  

Kyros fällt im Kampf gegen die Skythen. Nachfolger wird sein Sohn Kambyses II.

525  Kambyses II. unterwirft Ägypten.  522 bis 486  Dareios I. regiert. Unter seiner Herrschaft wird die Ostgrenze bis zum Industal (512) ausgedehnt.  508/507  Kleisthenes schafft die Grundlagen zur attischen Demokratie.  490  Die Athener besiegen die Truppen des Dareios bei Marathon.  486 bis 465  Xeres I., Sohn des Dareios, regiert.  480/479  Die Perser unter Xeres siegen gegen die Griechen in der Schlacht bei den Thermopylen und zerstören Athen mit der Akropolis. Aber in der Seeschlacht von Salamis und bei Platää siegen die Griechen.  465 bis 424  Unter Artaxerxes I. zerfällt Persiens Macht im Westen.  449  Die Athener besiegen die Perser in der Doppelschlacht von Salamis auf Zypern. Ende der Perserkriege.  423 bis 404  Dareios II. Regiert. Ägypten kann sich durch einen Aufstand von Persiens Herrschaft befreien.  333 bis 323  

Alexander der Große zerstört das persische Großreich. Mit der Ermordung von Dareios III. erlischt 330 die Dynastie der Achämeniden.  

333 Sieg bei Issos, 331 Eroberung von Babylon und Susa, 330 Zerstörung von Persepolis, 325 Vorstoß bis Indien, 323 Tot Alexanders in Babylon.  

323 bis 280  

Nachfolgekämpfe unter den Generalen Alexanders um die Herrschaft im eroberten Weltreich.  

312 gelangen die Seleukiden in der Osthälfte zur Herrschaft.  

250 v. Chr. bis 225 n. Chr.  Der iranische Stamm der Parther besiegt die Seleukiden. Die Parther begründen die Dynastie der Arsakiden.  225 bis 651  Die persischen Sassaniden besiegen die Parther und errichten das Neupersische Reich. Hauptstadt ist Ktesiphon.  260  Der Sassanide Schapur I. nimmt in der Schlacht von Edessa den römischen Kaiser Valerian gefangen und erobert Mesopotamien.  531 bis 579  Unter Chosru I. erreicht das Sassanidenreich seine größte Ausdehnung: von Mesopotamien bis zum Indus. Höhepunkt sassanidischer Kultur. Seide aus China und das Schachspiel aus Indien gelangen zum ersten Mal in den Westen.  Um 570  Mohammed wird in Mekka geboren.  602 bis 627  Persien und das Byzantinische Reich führen Krieg, aus dem beide Großmächte sehr geschwächt hervorgehen.  610  Mohammed beginnt in Mekka zu predigen.  622  Mohammed muss mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina fliehen. Die Hedschra (= Auswanderung) markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung.  632  Mohammed stirbt. Arabien ist dem Islam unterworfen.  632 bis 634  Kalif (= Nachfolger) Abu Bekr unternimmt erste Eroberungszüge nach Syrien und Persien.  634 bis 644  Kalif Omar erobert Syrien, Palästina und weite Teile Persiens.  644 bis 656  Kalif Osman (Othman) legt die erste schriftlich fixierte Ausgabe des Korans vor.  651  Yesdegerd III. wird auf der Flucht ermordet. Damit endet das Geschlecht der Sassaniden. Ihr Großreich ist fast völlig den Arabern unterworfen.  656 bis 661  Ali, Vetter und Schwiegersohn des Propheten, ist Kalif. Unter seiner Regierung bahnt sich die islamische Religionsspaltung an.  661 bis 680  Nach Alis Ermordung wird Muawijas Kalif und begründet die Dynastie der Omaijaden. Er macht Damaskus zu seiner Residenz.  680  Alis Sohn Hussein meldet nach Muawijas Tod Thronansprüche an. Muawijas Sohn Yesid aber lässt Hussein bei Kerbela (Irak) töten. Nach dem Mord am Prophetenenkel ist die Religionsspaltung nicht mehr aufzuhalten. Während der zwei folgenden Jahrhunderte bilden sich zwei unversöhnliche Gruppierungen: Sunniten und Schiiten.  711/712  Die Araber erobern im Westen Spanien und dringen im Osten in das Indusgebiet ein.  743  Kalif Walid II. übernimmt als erster moslemischer Herrscher aus Persien den Brauch des Harems.  749/750  Die Dynastie der Omaijaden wird durch Sunniten und Schiiten aus Persien gestürzt. Die arabisch-persische Dynastie der Abbasiden kommt zur Macht, bekennt sich zum sunnitischen Glauben und bekämpft die Schiiten.  754 bis 775  Kalif Mansur wird zum Begründer der Abbasidendynastie. Er macht Bagdad zu seiner Residenz und führt das persische Hofzeremoniell der Sassaniden ein.  762  Ismail, der umstrittene 7. Imam der Schiiten, stirbt.  773  Kalif Mansur lässt das indische Rechensystem in seinem Reich einführen. Die Zahlen werden während des 13. Jahrhunderts in Europa als arabische Zahlen bekannt.  786 bis 809  Harun al Raschid, ein Zeitgenosse Karl des Großen, macht Bagdad zur prächtigsten Stadt der damaligen Welt.  793  Die in China erfundene Papierherstellung gelangt über Samarkand nach Bagdad.  813 bis 833  Mamun, Harun al Raschids Sohn, führt das Abbasidenreich zur höchsten kulturellen Blüte. Islamische Wissenschaftler und Philosophen beginnen persische und griechische Werke zu studieren.  821 bis 873  Die Dynastie der Tahiriden herrscht in Chorassan. Nominell ist sie noch den Abbasiden untergeordnet, regiert aber faktisch selbständig.  Um 825  Der Perser Al Khwarizmi entwickelt in Bagdad die Algebra und das Rechnen mit Logarithmen.  Seit 833  Unter Kalif Mutasim beginnt der politische Zerfall des Abbasidenreiches. Türkische Gardetruppen kommen zunehmend zu Einfluss und schwächen die Macht des Kalifen.  864 bis 999  Die sunnitische Dynastie der Samaniden steigt auf und wird um 900 zur beherrschenden Macht im östlichen Iran. Ihre Hauptstadt ist Buchara.  868  Die Bewegung der „Siebener-Schiiten“ entfacht unter Ali ibn Mohammed den ersten Sklavenaufstand gegen die Abbasidenkalifen.  874  Mohammed al Muntasar, der zwölfte Imam der Schiiten, wird unter ungeklärten Umständen ermordet. Jahrzehnte nach seinem geheimnisvollen Verschwinden bildet sich die Lehre vom Verborgenen Imam. Die Bewegung der Zwölfer-Schiiten entsteht.  899  Hamdan Qarmat, Sozialrevolutionär aus der Bewegung der Siebener-Schiiten, entfacht den zweiten großen Sklavenaufstand gegen die Abbasiden und gründet am Persischen Golf einen Staat mit kommunistischen Eigentumsidealen (besteht bis etwa 940).  Um 930  In Bagdad einstehen große Teile von Tausendundeiner Nacht.  Um 930 bis 1055  Die Buijden, Zwölfer-Schiiten, beginnen Teile Persiens zu erobern und bleiben ein Jahrhundert lang eine bestimmende Macht.  936  Der Gardeführer Mohammed ibn Raiq nimmt den Abbasidenkalifen vollends die politische Macht.  940  Firdusi wird in Tus (Provinz Chorassan) geboren.  969 bis 1171  Die schiitischen Fatimiden regieren in Ägypten und Syrien. Ihre Kalifen bedrohen das sunnitische Kalifat von Bagdad. Die geistige Einheit des islamischen Kulturraums ist für alle sichtbar zerrissen.  977 bis 1186  Die sunnitische Dynastie der Ghaznaviden beherrscht von Ghazni aus große Teile des östlichen Iran. Ihr machtvollster Sultan wird Mahmud von Ghazni.  978  Firdusi beginnt, in Buchara an seinem Königsbuch zu arbeiten.  980  Avicenna (Ibn Sina) wird bei Buchara geboren.  998  Firdusi wechselt an den Hof des Mahmud von Ghazni über und stellt dort im Jahr 1012 sein Königsbuch fertig.  1021  Firdusi stirbt in Tus.  1037  Avicenna stirbt in Hamadan. Die Seldschucken erobern Chorassan.  1045  Omar Chaijam wird in Neischapur (Chorassan) geboren.  1051  Der Seldschukenfürst Togrul macht Isfahan zur Residenz seines Reiches.  1055  Togrul rückt in Bagdad ein und wird Schutzherr des Kalifen.  1071  Die Seldschuken erobern Anatolien, das zur Keimzelle eines späteren Großtürkischen Reiches wird.  1080  In Anatolien begründet der Seldschukenführer Suleiman das eigenständige Sultanat von Rum mit Konya als Hauptstadt. Der persische Einfluss bleibt beträchtlich.  Um 1090  Hasan as-Sabah, ein Siebener-Schiit, begründet den Orden der Assassinen.  1096 bis 1270  Das Zeitalter der Kreuzzüge.  1122  Omar Chaijam stirbt in Neischapur.  1184  Saadi wird in Schiras geboren.  1194  Die Seldschuken verlieren ihre Macht in Persien, autonome Kleinfürstentümer entstehen.  1220  Die Mongolen unter Dschingis-Khan erobern Persien. Ein Jahrhundert der Verwüstung folgt.  Um 1230  Über Sizilien und das maurische Spanien gelangen zum ersten Mal Schriften islamischer und griechischer Autoren ins christliche Europa, ebenso die arabischen Zahlen.  1255 bis 1336  In Persien regieren die mongolischen Il-Chane.  1258  Die Mongolen zerstören Bagdad. Ende des abbasidischen Kalifats. Nach der Vernichtung dieses überragenden islamischen Kulturzentrums hört das Arabische auf, die völkerverbindende Gelehrtensprache aller Moslems zu sein. Das Persische und bald auch das Türkische werden zur Konkurrenz.  1282  Saadi stirbt in Schiras.  1301  Der sunnitische Derwischscheich Safi ad-Din gründet den Orden von Ardebil.  1309  Der Il-Chan Oltschaitu tritt zum schiitischen Glauben über.  1316  Oltschaitus Nachfolger Abu Sa'id wechselt zum sunnitischen Islam. In den nächsten Jahrzehnten folgen fast alle mongolischen Fürsten diesem Beispiel, damit bleibt in Persien weiterhin die Vorherrschaft des sunnitischen Islam bestehen.  1326  Hafes wird in Schiras geboren. Die Osmanen erobern Bursa und machen die Stadt zur Residenz ihres aufstrebenden Reiches.  1369 bis 1405  Der Mongolenkhan Timur fällt in Persien ein und begründet die Dynastie der Timuriden. Hauptstadt ist Samarkand, ein neues Kulturzentrum des Islams.  1380 bis 1501  Die Timuriden regieren in Persien. Unter ihrer Herrschaft kommen die Technik der bunten Fayenceverkleidung und die Miniaturmalerei zur besonderem Glanz.  1390  Hafes stirbt in Schiras.  1392  Der Derwischorden Ardebil wendet sich unter Hodscha Ali den Zwölfer-Schiiten zu und wird sozialrevolutionär.  Um 1450  Der Ordensstaat von Ardebil organisiert sich militärisch und erlangt großen Einfluss im nordwestlichen Iran und in Ostanatolien.  1453  Die Osmanen erobern unter Sultan Mehmed II. Konstantinopel. Ihr Reich ist damit endgültig die beherrschende Großmacht des Islams.  1453 bis 1478  Türkische Lokaldynastien in Nordpersien schwächen die Macht der Timuriden entscheidend. Persien ist in zahlreiche Fürstentümer zersplittert.  1501 bis 1524  Ismail, der Ordensführer von Ardebil, erobert Persien und den Irak. Er führt den Glauben der Zwölfer-Schiiten als Staatsreligion ein. Innerhalb eines Jahrzehnts bekennen sich alle Kernprovinzen Persiens zu Schia (bis heute).  1501 bis 1722  Die von Ismail begründete schiitische Dynastie der Safawiden regiert. Sie belebt die altpersische Tradition des Gottkönigstums wieder.  1514  In der Schlacht von Tschaldiran unterliegen die Perser dem sunnitischen Osmanensultan Selim I. Den weiteren Eroberungen der Schiiten ist Einhalt geboten.  1516  Die Osmanen unter Selim I. erobern Syrien und Ägypten.  1524 bis 1576  Unter Ismails Nachfolger Tamasp verlieren die Perser den Irak an die sunnitischen Osmanen.  1587 bis 1629  Nach einem Jahrzehnt der Thronwirren wird Abbas I., der Große, Schah. Unter seiner Regierung erreicht das Safawidenreich die höchste Blüte.  1616  Abbas erobert den von den Türken besetzen Irak zurück.  1629 bis 1722  Unter Abbas schwachen Nachfolgern verliert das Amt des Schahs stark an Ansehen. Der Einfluss der schiitischen Geistlichkeit auf die Politik nimmt zu.  1638  Die Osmanen erobern den Irak zurück, der bis 1918 von ihnen beherrscht wird.  1722  Sturz der Safawiden durch die afghanische Dynastie von Kandahar.  1730 bis 1747  Nadir vertreibt 1729 die Afghanen und lässt sich zum Schah krönen. 1739 erobert er Teile Indiens und bringt aus Dehli den berühmten Pfauenthron der Moguln nach Persien. Nach seiner Ermordung herrscht Anarchie.  1747  Afghanistan löst sich von dem geschwächten Persien und begründet ein unabhängiges Königreich. Der Staat existiert bis heute.  1794 bis 1797  Nach langen Machtkämpfen gelangt in Persien Mohammed Kadschar auf den Thron und begründet die Dynastie der Kadscharen.  1794 bis 1925  Unter der Dynastie der Kadscharen gelangt Persien zunehmend unter das Diktat europäischer Mächte. Despotische Herrscher und fortschrittsfeindliche Mullahs verhindern jede durchgreifende Reform. Persien wird Entwicklungsland.  1796  Teheran wird Hauptstadt Persiens.  1825 bis 1828  Nach einem verlorenen Krieg muss Persien an Russland den Kaukasus mit Baku, Teile von Aserbeidschan und Georgien abtreten.  1844  Die religiöse Sekte der Babi, der späteren Baha'i, entsteht.  1848 bis 1864  Verfolgung und Vertreibung der Babi. Hinrichtung ihres Führers Seyyid Ali Mohammed 1850 auf Veranlassung des Schahs Naser ad-Din.  1856/1857  Persien versucht, Afghanistan zurückzuerobern. Aber die Briten greifen militärisch ein und zwingen den Schah Naser ad-Din, die Unabhängigkeit Afghanistan anzuerkennen.  1863  Aus der Sekte der Babi geht die Bewegung der Baha'i hervor. Nach der Vertreibung ihrer Führer aus Persien wird Haifa in Palästina ihr Zentrum.  1868  Die Russen erobern Turkestan mit Buchara und Samarkand. Diese einst glanzvollen persischen Kulturzentren bleiben bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991 unter russischer Herrschaft.  1872  Die bankrotte Regierung unter Schah Naser ad-Din überlässt Großbritannien einen Teil seiner Bodenschätze gegen relativ geringe Gewinnbeteiligung.  1878  Die Kosakenbrigade als Truppenteil der persischen Polizei wird geschaffen. Sie steht unter dem Kommando russischer Offiziere. Reza Pahlavi wird in der Provinz Masanderan geboren.  1889  Die persische Regierung unter Schah Naser ad-Din tritt an Großbritannien das Recht ab, wichtige Vorkommen an Edelmetallen auszubeuten.  1896  Schah Naser ad-Din wird von einem persischen Nationalisten erschossen.  1901  Die Konzession für Erdölbohrungen in Persien wird von Schah Muzaffar ad-Din an die Briten vergeben.  1905/1906  In Teheran bricht eine Revolution aus. Protestiert wird gegen die unfähige Regierung und die rasche Zunahme des ausländischen Einflusses. Schah Muzaffar ad-Din muss der Bildung eines Parlaments und einer konstitutionellen Monarchie zustimmen.  1908  Schah Mohammed Ali löst das Parlament auf und befiehlt, seine Führer hinzurichten. Den darauf folgenden Volksaufstand lässt er blutig niederschlagen; russische Truppen helfen ihm. Erste Erdölfunde in Persien.  1909  Aufständische zwingen Ahmad Schah, das Parlament wieder einzusetzen. Er regiert seitdem in einer konstitutionellen Monarchie (bis 1925)  1911  Das persische Parlament löst das Justizministerium auf, das unter geistlichem Einfluss steht. Ein bürgerliches Gesetzbuch nach französischem Vorbild wird ausgearbeitet.  1918  Nach dem Ende des ersten Weltkriegs nimmt der britische Einfluss in Persien noch weiter zu. Persiens Wirtschaft steht völlig unter Kontrolle der Briten.  1919  Die persische Regierung veranlasst die Einführung von Mädchenschulen, bisher undenkbar. Scharfer Widerstand der Geistlichkeit. Mohammad Reza Pahlavi, Persiens letzter Schah, wird in Teheran geboren.  1921  Reza Khan, Kosakenoffizier, stürzt durch einen Militärputsch die Regierung in Teheran. Formell bleibt Ahmad Schah im Amt. Tatsächlich aber regiert Reza Khan.  1922  Das Osmanenreich bricht zusammen. Der letzte Osmanensultan Mehmed VI. Geht ins Exil, während Mustafa Kemal (Atatürk) die Macht ergreift.  1923  Reza Khan wird Premierminister.  1924  Atatürk unterbindet allen Einfluss islamischer Rechtsgelehrter auf die Politik und lässt die Koranschulen schließen.  1925  Reza Khan erklärt Ahmad Schah Kadschar für abgesetzt. Damit endet die Kadscharen-Dynastie. Reza Khan besteigt als Schah Reza Pahlavi den Thron.  1925 bis 1979  Die Dynastie Pahlavi regiert absolut. Das Parlament besteht zwar formell weiter, darf aber keine demokratische Kontrolle ausüben. Unter Pahlavi wird der Iran energisch und rücksichtslos zugleich modernisiert. Neue Spannungen mit der Geistlichkeit, aber auch mit den ärmeren Volksschichten entstehen.  Seit 1925  Im Iran wird die islamische Zeitrechnung, in Mondjahren gerechnet, nach westlichem Vorbild durch die Rechnung nach Sonnenjahren ersetzt.  1927  Reza Schah Pahlavi prügelt in Ghom öffentlich einen Mullah, der seine Reformen zu kritisieren wagt. Die Kluft zwischen Regierung und Geistlichen ist seitdem nicht mehr zu überbrücken.   1928  Reza Schah Pahlavi schließt islamische Rechtsgelehrte von allem Einfluss auf Politik und Religion aus.  1934  Reza Schah Pahlavi weist die Universität von Teheran an, von nun an auch Studentinnen aufzunehmen.  1935  Reza Schah Pahlavi lässt die amtliche Bezeichnung Persia (Persien) durch Iran ersetzen. Die Regierung setzt sich verstärkt für eine Rückbesinnung auf iranische Traditionen ein.  Um 1935  Chomeini erwirbt in Ghom den höchsten akademischen Grad. Seine Vorlesungen über islamische Moral finden regen Zulauf.  1940  Mahmoud Dowlatabadi wird im Dorf Dowlatabad geboren, Ali Khamenei in Täbris.  Um 1940  Chomeini wird Ajatollah.  1941  Großbritannien und die Sowjetunion besetzen den Iran. Reza Schah Pahlavi muss aufgrund seiner Parteinahme für die Deutschen im Zweiten Weltkrieg abdanken und dem 22jährigen Sohn den Thron überlassen.  1941 bis 1979  Mohammad Reza Pahlavi regiert.  1943  Mohammed Khatami wird in Ardakan geboren.  1944  Reza Schah Pahlavi stirbt im Exil in Johannesburg.  1945  Abdolkarim Soroush wird in Teheran geboren.  1946  Die Sowjets weigern sich, ihre Truppen aus Aserbaidschan abzuziehen. Nur die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen von Seiten der USA kann Stalin daran hindern, die iranische Provinz der Sowjetunion einzugliedern.  1949  Die neue Verfassung ermächtigt den Schah, das Parlament im Notfall aufzulösen.  1951 bis 1953  Mohammed Mossadegh ist Premierminister. Er verstaatlicht die Ölindustrie und zwingt die Briten, den Iran zu verlassen. 1953 muss der Schah fliehen, kann jedoch zurückkehren, nachdem loyale Truppen – mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA – Mossadegh gestürzt haben.  1957  Die Savak, die gefürchtet Geheimpolizei des Iran, wird gegründet.  1961  Nach dem Tod des Schiitenführers Ajatollah Borudscherdi können sich die maßgebenden Geistlichen des Irans auf kein neues Oberhaupt einigen. Ajatollah Chomeini steht in der vorderen Linie der Bewerber.  1963  Der Schah verkündet das Wahlrecht der Frauen. Dieses Gesetz und die Bodenreform Weiße Revolution stoßen bei der Geistlichkeit auf heftigen Widerstand. Zum ersten Mal tritt Chomeini politisch hervor.  1964  Chomeini wird wegen seiner politischen Aktivitäten aus dem Iran verbannt. Bis 1965 lebt er im Exil in Bursa (Türkei), dann übersiedelt er nach Nedschef (Irak).  1965  Im Iran entsteht die gegen den Schah gerichtete Bewegung der Volks-Mudschaheddin. Ihr Führer ist Massud Radschawi.  1967  

Im Iran wird das Scheidungsrecht zugunsten der Frau verändert. Der Mann kann seine Ehefrau nicht mehr ohne Angaben von Gründen verstoßen.

Mohammad Mossadegh stirbt in Teheran.  

1968  Durch einen Putsch erringt im Irak die Baath-Partei die Alleinherrschaft. Stellvertreter des Partei- und Regierungschefs Hasan al-Bakr wird Saddam Hussein.  Um 1970  Die sogenannte Islamische Wiedergeburt als Massenbewegung nimmt ihren Anfang. Immer mehr moslemische Staaten beginnen, die Verwestlichung öffentlich abzulehnen, und fordern die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte des Islam.  1974  Khatami tritt der Organisation Kämpfende Geistlichkeit bei.  1976  Der Schah verkündet per Gesetz eine iranische Zeitrechnung, beginnend mit Kyros dem Großen. Aber Volksunruhen unter der Führung von Geistlichen zwingen ihn, wieder zur islamischen Zählung zurückzukehren.  1977  In Nedschef ermorden im November Savak-Agenten Chomeinis ältesten Sohn Mustafa.  1978  Die Regierung des Irak, vom Schah unter Druck gesetzt, verweigern Chomeini ein weiteres Exil. Chomeini übersiedelt nach Neauphle-le-Chateau bei Paris und schürt von dort die Unruhen im Iran.  1979  Schah Mohammed Reza Pahlevi flieht am 16. Januar aus dem Iran. Damit endet die Dynastie der Pahlevi. Chomeini kehrt am 1. Februar in den Iran zurück. Nach einer Volks-abstimmung im März wird am 1. April die Islamische Republik Iran ausgerufen.  

Im Juni wird Saddam Hussein unumschränkter Diktator des Irak.

Im Dezember wird die Verfassung der Islamischen Republik durch eine Volksabstimmung legitimiert. Die politischen Richtlinien gehen nun offiziell allein von geistlichen Führern aus.  1980  

Am 25. Januar wird Banisadr durch Volkswahl der erste Staatspräsident der Islamischen Republik.  

Khatami wird als Abgeordneter ins Parlament gewählt.  

Mohammed Reza Pahlevi stirbt am 27. Juli im Exil in Kairo an Krebs.

Im September beginnt Saddam Hussein den Krieg gegen den Iran, um die Vorherrschaft im Schatt el Arab zu erringen.  1981  Am 22. Juni entlässt Chomeini Staatspräsident Banisadr wegen schwerer Differenzen aus dem Amt. Nachfolger wird Ali Radschaí.  

Ende Juni wird Ajatollah Beheschti zusammen mit 72 geistlichen Politikern bei einem Bombenattentat durch die Volks-Mudschaheddin getötet.

Ende August stirbt Staatspräsident Radschaí nach nur 33 Amtstagen durch ein Attentat. Er ist der letzte weltliche Staatspräsident. Ihm folgen nur noch Geistliche. Den Anfang macht Ali Khamenei, er erhält am 2. Oktober durch Volkswahl 95 Prozent der Stimmen. Neuer Parlamentspräsident wird Rafsandjani.  1982  Chomeini entmachtet seinen größten geistlichen Widersacher, Ajatollah Schariatmadari. In der Folge gelingt es Chomeinis Parteigängern, vollends jegliche Opposition auszuschalten.  1985  Groß-Ajatollah Montazeri wird von einem geistlichen Gremium zum designierten Nachfolger Chomeinis im Amt des religiösen Führers bestimmt.  1988  

Im Mai beginnt der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan. Aber der Bürgerkrieg zwischen dem pro-kommunistischen Regime und den Mudschaheddin geht weiter.  

Im September endet der Krieg zwischen Iran und Irak, wobei keine der beiden Seiten Vorteile erringen konnte. Der drohende wirtschaftliche Ruin zwingt beide Staaten zum Waffenstillstand.  

1989  

Chomeini verkündet am 14. Februar das Todesurteil gegen Salman Rushdie.

Groß-Ajatollah Montazeri wird am 28. März wegen seiner öffentlichen Kritik an Terrorpraktiken des Regimes entmachtet.  

Am 4. Juni stirbt Chomeini in Teheran an Darmkrebs. Nach seinem Tod wird Ali Khamenei, der bisherige Staatspräsident, von einem Gremium ranghoher Geistlicher als Nachfolger in das Amt des religiösen Führers gewählt.

Rafsandjani rückt in das Amt des Staatspräsidenten nach. Von nun an sind die Funktionen des Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten vereint, um das Regieren effizienter zu machen.  1989 bis 1998  Karbaschi amtiert erfolgreich als Bürgermeister von Teheran, verbessert durch strenge Umweltauflagen die Stadtluft und entschärft den chaotischen Verkehr.  1990  

Im Januar rufen schiitische Fundamentalisten in Lenkoran (Sowjetisch-Aserbaidschan) die Islamische Republik aus und fordern den Anschluss an den Iran. Sowjetische Truppen schlagen die Unruhen nieder.  

Am 2. August besetzt Saddam Hussein Kuweit.  

1991  Nachdem Saddam Hussein einen Rückzug aus Kuweit kategorisch abgelehnt hat, beginnt am 16. Januar unter Führung der USA der Golfkrieg und endet am 28. Februar mit der Niederlage des Irak.  

Im März bricht im Irak der Aufstand der Schiiten und Kurden gegen Saddam Hussein los. Die US-Regierung unter Georg Bush bewahrt das Regime Saddam Hussein vor dem völligen Zusammenbruch – aus der Überlegung heraus – der Irak könnte ohne diktatorische Gewalt in mehrere Teilregionen zerfallen und das Gleichgewicht im Nahen Osten noch mehr als bisher bedrohen.

Am 21. Dezember wird die Sowjetunion offiziell aufgelöst. Die bisherigen Teilrepubliken schließen sich zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zusammen. Damit endet für die mehrheitlich islamisch bevölkerten Staaten Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und Kasachstan die mehr als 120 Jahre dauernde russische Fremdherrschaft.  1992  Der Iran beginnt im Januar mit einer diplomatischen Offensive, um seinen Einfluss in den nun unabhängigen islamischen Republiken Zentralasiens auszudehnen.  

Khatami muss auf Druck der Konservativen von seinem Amt als Minister für Kultur und islamische Führung zurücktreten.

Die Parlamentswahl im April beschert Rafsandjanis Fraktion Gewinne, was die Reformpolitik absichert. Aber die konservative Mehrheit im Parlament bleibt bestehen.  

Im Herbst mehren sich die Indizien, dass der Iran mit massiven Waffenkäufen zur militärischen Großmacht hochrüstet.

Im Sommer erschüttern Hungerunruhen eine Reihe iranischer Städte.  1993  Rafsandjani wird im April zum zweiten Mal in das Amt des Staatspräsidenten gewählt, muss aber starke Stimmenverluste hinnehmen.  1994  Im September marschieren Taliban-Milizen aus ihrem Exil in Pakistan nach Afghanistan ein und beginnen mit der schrittweisen Eroberung des Landes.  1995  

Mehdi Bazargan stirbt am 20. Januar.  

Im Februar setzt die konservative Mehrheit im Parlament ein Verbot des Satelliten-Fernsehens durch, um unislamische Informationen aus dem Ausland zu verhindern.  

Im März stirbt Khomeinis Sohn Ahmad an einem Herzinfarkt.

Im Oktober demonstrieren in Teheran rund 7000 Studenten gegen die Übergriffe militanter Gruppen auf Soroush, der während seiner Vorlesungen lebensgefährlich bedroht wird.   1996  

Bei den Parlamentswahlen im März und April können die Konservativen (unter Khamenei) ihre Mehrheit gegen die Technokraten (unter Rafsandjani) ausbauen.  

Im September erobern die afghanischen Taliban-Milizen Kabul, und im November kontrollieren sie bereits rund 70 Prozent des vom Bürgerkrieg der Mudschaheddin zerrissenen Land.  

Im November verschärft die konservative Parlamentsmehrheit die Zensur für Literatur und Kunst erheblich.

Durch ihre Mehrheit im Parlament verhindern die Konservativen, dass Rafsandjani für eine dritte Amtszeit als Staatspräsident kandidieren kann.   1997  

Am 10. April verurteilt das Berliner Kammergericht in dem sogenannten Mykonos-Prozess etliche Iraner zu langjährigen Freiheitsstrafen, weil sie vier iranisch-kurdische Exilpolitiker in Berlin ermordet haben. Ausdrücklich wird in der Urteilsbegründung festgestellt, dass hohe iranische Regierungsmitglieder in die Planung der Morde verwickelt waren: unter anderem Religionsführer Khamenei, Staatspräsident Rafsandjani, Außenminister Velayati.  

Die Wahlen am 23. Mai zum Staatspräsidenten enden mit einem Triumph für den liberalen Kandidaten Mohammed Khatami: Der Geistliche siegt mit 69,7 % über seinen konservativen Gegner Nategh-Nuri.  

Der langjährige Außenminister Velayati tritt ab, an seine Stelle kommt Kamal Charrasi. Innenminister wird Abdullah Nuri.

Am 23. August tritt Khatami sein Amt als der fünfte Staatspräsident der Islamischen Republik Iran an.  1998  

Khatami äußert im Januar in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN erstmals öffentlich seine Dialogbereitschaft mit den USA.  

Im April wird Karbaschi, Teherans Bürgermeister, wegen Korruption verhaftet, aber nach einer Protestdemonstration von mehreren zehntausend Menschen zunächst wieder freigelassen. Im Juli wird er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil soll die Reformkräfte schwächen.  

Im Juni erzwingt die konservative Parlamentsmehrheit die Absetzung des liberalen Innenministers Abdullah Nuri wegen unislamischer Politik. Khatami schafft daraufhin für Nuri das Amt eines Vizeministers für politische Entwicklung.

Die Ermordung von neun iranischen Diplomaten durch Taliban-Milizen in der afghanischen Stadt Mazar-i-Sharif treibt den Iran und Afghanistan im September vorübergehend an den Rand eines Krieges.  1999  Bei den Kommunalwahlen im Februar müssen die Konservativen eine schwere Niederlage hinnehmen. In Teheran wir kein einziger ihrer Kandidaten gewählt. Khatami reist im März zu einem Staatsbesuch nach Italien. Es ist die erste Visite eines Regierungschefs der Islamischen Republik Iran in einem westlichen Land.  

Anfang Juli verabschiedet die parlamentarische Mehrheit der Konservativen ein verschärftes Pressegesetz: Zukünftig können Journalisten vor einem Revolutionsgericht als Saboteure und Spione abgeurteilt werden.

Am 8. Juli kommt es in Teheran zu ersten Demonstrationen von Studenten für Pressefreiheit. Während der folgenden Tage weiten sich die Studentenproteste auf den ganzen Iran aus und werden zur größten regimekritischen Demonstration.

Ende November verurteilt der iranische Sondergerichtshof für Geistliche Khatamis früheren Innenminister Abdullah Nuri zu fünf Jahren Gefängnis wegen islamfeindlicher Propaganda.  

2000  Bei den Parlamentswahlen vom 18. Februar verlieren die Konservativen nach 21 Jahren Herrschaft erstmals die Mehrheit der Abgeordnetensitze an die Reformgruppierungen unter Führung von Khatami.  

Am 27. Mai tritt das neu konstituierte Parlament zusammen und wählt Anfang Juni den Parlamentspräsidenten. Nachfolger von Nategh-Nuri wird der Hodschat-al-Islam Mehdi Karrubi.

Vom 10. bis 12. Juni besucht Khatami Deutschland. Es ist der erste Staatsbesuch eines führenden iranischen Politikers nach 33 Jahren – seit dem Besuch des Schahs 1967.  2001  Khatami gewinnt am 8. Juni die Wahl für eine zweite Amtszeit des Staatspräsidenten mit 77% der Stimmen.

11. September: Die Organisation Al Qaida verübt den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon nahe Washington, über 3000 Menschen sterben.

Am 7. Oktober beginnen westliche Truppen unter der Führung der USA den Angriff auf Afghanistan, um das Hauptquartier der dort verschanzten Al Qaida zu zerstören sowie das Taliban-Regime zu stürzen. Der Iran steht auf der Seite der Westmächte gegen die Taliban und Al Qaida, befürwortet aber keinen lang andauernden Krieg.

Die ehemalige Kaiserin Soraya, 1958 von Schah Mohammed Reza Pahlevi wegen Kinderlosigkeit geschieden, stirbt Ende Oktober 69jährig in Paris. Mitte Dezember ist in Afghanistan das Taliban-Regime militärisch besiegt. Die Organisation Al Qaida übersteht die Angriffe und baut mit unbekanntem Aufenthalt ihr internationales Netzwerk weiter aus.  2002
  

US-Präsident Geroge W. Bush bezichtigt am 9. Januar den Iran, Irak und Nordkorea eine Achse des Bösen zu bilden. Im Iran gibt es Massenproteste gegen diese Äußerung.

Der Historiker Hashem Aghajari fordert im Juni anlässlich des 25. Todestages von Ali Schariati gründliche Reformen im Gottesstaat Iran, vor allem eine Stärkung des demokratischen Elements und einen Rückzug der religiösen Führung aus politischen Ämtern. Er wird im November wegen dieser Rede zum Tod verurteilt. Wegen schweren Studentenunruhen wird im Juli 2003 das Urteil in eine 4jährige Haftstrafe umgewandelt.  

2003
  

Am 20. März marschieren amerikanische und britische Truppen im Irak ein – angeblich, um die Gefahr durch Massenvernichtungswaffen zu bannen, tatsächlich aber, um die Ausbeutung der reichen Erdölvorkommen dem dortigen antiwestlichen Regime zu entziehen und unter eigene Kontrolle zu bringen. Nach drei Wochen Krieg ist die 24jährige Gewaltherrschaft Saddam Husseins beseitigt.

Die USA verstärken die Drohungen gegen den Iran und Syrien. Falls sie nicht kooperationsbereit sind, könnte ihnen das gleiche Schicksal wie dem Irak bevorstehen. Saddam Hussein wird acht Monate nach dem Ende des Irak-Krieges durch den Verrat eines Gefolgsmanns am 13. Dezember von amerikanischen Soldaten verhaftet.  

2004  Der Wächterrat verbietet am 13. Januar mehr als 80 Abgeordneten des Reformflügels, bei der Wahl am 20. Februar für eine weitere Legislaturperiode zu kandidieren. Die offizielle Begründung lautet: wegen unislamischen Verhaltens.  

Der Islamische Wächterrat hat während der Legislaturperiode (Feb. 2000 bis Feb. 2004) von den 295 im Parlament verabschiedeten Gesetzen 111 für unislamisch und daher für ungültig erklärt.

Am 17. Februar ist auf Anordnung des Islamischen Wächterrats rund 4000 reformierter Kandidaten die Teilnahme verboten. Damit ist die absolute Mehrheit der Konservativen vorprogrammiert.

20. Februar: Wie erwartet gewinnen die Konservativen in der manipulierten Wahl die absolute Mehrheit. Für die reformorientierten Gruppierungen unter der Führung Khatamis bedeutet dies den Abstieg in die politische Bedeutungslosigkeit. Seit September kommt es zwischen dem Iran und westlichen Staaten zu erheblichen Spannungen, weil der Iran in den Verdacht geraten ist, Kernkraftwerke nicht nur zur friedlichen Nutzung der Atomenergie zu errichten.  

2005  Im Konflikt um das Atomprogramm des Iran kommt es unter dem Druck der USA und Großbritanniens zu Verhandlungen zwischen Iran und den EU-3, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.  Bei der neunten Präsidentschaftswahl am 17. Juni konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen. So musste am 24. Juni eine Stichwahl über den nächsten Präsidenten entscheiden. Es wurden bereits nach der Erstwahl schwerwiegende Vorwürfe von Wahlmanipulation erhoben.   

Bei der Stichwahl erreichte Mahmud Ahmadinedschad 61,69% der Stimmen und wird somit der sechste Präsident der Islamischen Republik Iran. Durch die Wahl des erzkonservativen Ahmadinedschad und seine konfrontative Außen- sowie repressive Innenpolitik nimmt die internationale Isolation des Iran erneut zu.   

Am 3. August 2005 wird Mahmud Ahmadinedschad offiziell in sein Amt eingeführt.   2009  


  

  
Juni bis Okt.  

Bei den Präsidentschaftswahlen am 12. Juni wird Mahmud Ahmadinedschad wiedergewählt. Zu seinen Gegenkandidaten gehören Mir Hossein Mussawi und Mehdi Karroubi. Nach der Abstimmung werden Manipulationsvorwürfe laut.   

Nach dem Wahltag kommt es zu Massendemonstrationen in Teheran und anderen Städten Irans. Die Proteste werden als die grüne Reformbewegung bekannt. Im Verlauf der Proteste kommt es zu Verhaftungen und zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Laut offiziellen Angaben soll es 43 Tote gegeben haben; die Opposition spricht von über 100 Toten. Laut Amnesty International werden bis Ende 2009 schätzungsweise 5.000 Menschen verhaftet. Die Gefangenen werden teils gefoltert, manche sterben an den Folgen.   

2010  

Am 27. Januar werden zwei Oppositionelle - der 19jährige Arasch Rahmanipour und Mohammad Reza Ali Zamani als so genannte Feinde Gottes von den Machthabern in Teheran erhängt.  

Diese Geistlichen werfen dem Präsidenten vor, einen national-islamischen Kurs, statt einen islamischen Kurs zu verfolgen. 

9. Juni: Im Atomstreit mit Iran verschärft der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen. Es ist die vierte Sanktionsrunde seit 2006. Mit der neuen Runde wird unter anderem das Waffenembargo verschärft, der Handel und Geldgeschäfte mit Iran werden eingeschränkt. Die Sanktionen betreffen erstmals auch die iranischen Revolutionsgarden: Hierzu zählt unter anderem ein Reiseverbot für die Mitglieder der paramilitärischen Truppen. Der Westen wirft Iran den Bau von Atombomben vor.   

2011  

22. Februar: Zum ersten Mal seit dem Jahr 1979 passieren zwei iranische Kriegsschiffe den Suezkanal mit Kurs auf Syrien. Ägypten hatte bislang, noch während der Amtszeit des früheren Präsidenten Mubarak, keine Genehmigung für die Durchfahrt iranischer Kriegsschiffe erteilt. Insbesondere Israel zeigt sich nach der Passage alarmiert. Die Regierung sah darin eine Drohgebärde. Iran unterstreiche damit seinen Führungsanspruch auf die Region.

Am 8. März 2011 wird Ajatollah Mahdavi Kani zum Vorsitzenden des Expertenrates gewählt. Dieses Verfassungsorgan wählt auch das Geistliche Oberhaupt Irans. Zuvor hatte Ajatollah Haschemi Rafsandschani auf eine weitere Kandidatur zum Vorsitzenden verzichtet. Rafsandschani setzt sich für die Grüne Bewegung ein und unterstützt die Oppositionspolitiker Mussawi und KarroubiRafsandschani galt lange als möglicher Erbe des Geistlichen Oberhaupts Ajatollah Khamenei.   

 

Quellen: 

Buch IRAN Drehscheibe zwischen Ost und West von Gerhard Schweitzer

Internetseite www.persiano.dehttp://www.persiano.de/

Internetseite www.bpb.dehttp://www.bpb.de/

Internetseite www.wikipedia.orghttp://www.de.wikipedia.org/

 

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Iran – Ahwas: Massenhinrichtung arabischer Häftlinge

Ali Schirasi - 12. November 2018 - 20:39

Am 22. September 2018 war in Ahwas ein Anschlag auf eine Militärparade verübt worden, bei dem laut amtlichen Angaben 25 Menschen ums Leben kamen. Schon damals fiel auf, dass die Attentäter zwar auf einfache Soldaten schossen, nicht aber auf die Generäle und Geistlichen, die auf der Ehrentribüne saßen. Das erweckte den Eindruck, dass es sich um einen „bestellten Anschlag“ handelte. Und tatsächlich diente der Anschlag auch als Vorwand für eine umfangsreiche Razzia und Verhaftungswelle gegen arabischsprachige Aktivisten in Ahwas. Die staatlichen Behörden berichteten dann, es seien 22 Personen verhaftet worden, die verdächtigt seien, am Anschlag beteiligt gewesen zu sein.
Diese 22 arabischen Gefangenen wurden jetzt am 8. November in einem Gefängnis in Ahwas heimlich hingerichtet. Den Angehörigen wurde verboten, eine Trauerfeier für die Hingerichteten abzuhalten, sie sollten auch keinerlei Interviews zu dieser Tatsache geben.
Es ist auffällig, dass hier die Zahl der Inhaftierten identisch mit der Zahl der Hingerichteten ist. So als wäre der Verdacht schon ausreichend, um die Tatbeteiligung zu beweisen. Für den kurzen Prozess und die rasche Hinrichtung gibt es vielleicht eine wesentlich einfachere Erklärung: Die angeblichen Täter hatten gar nichts mit dem Vorfall zu tun, und damit niemals mehr herauskommt, dass sie vielleicht ein Alibi etc. hatten, hat man sie einfach hingerichtet. Dann muss man auch nicht weiter nachforschen, wer wirklich dahinter steht.
Das ganze riecht nach einem politischen Mord, der die Stimmung im Lande weiter vergiftet und dazu führt, dass die arabische Minderheit von diesem Staat nichts mehr wissen will. So zerfallen Staaten.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89836
vom 20. Aban 1397 /11. November 2018
ehtemale e°dame te°dadi az fa°°alane °arabe ahwazi

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/11/11/mary-10625/
vom 11.11.2018
e°dame daste-jam°y wa maxfiyaneye 22 nafare mottaham be dast dashtan dar hamleye teruristiye ahwaz

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Iran: Außenminister Zarif zum Scheitern des Beitritts des Irans zum Abkommen über Bekämpfung der Terrorfinanzierung

Ali Schirasi - 12. November 2018 - 20:23

Der iranische Außenminister Zarif (Sarif) hat mit Hinweis auf die Intervention des Wächterrats, der den Beschluss des iranischen Parlaments über den Beitritt zum Internationalen Abkommen über Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus aufgehoben hat, folgendes geäußert. Es gebe einflussreiche Institutionen im Iran (gemeint sind hier das Amt des Religiösen Führers und die Revolutionswächter, ohne sie beim Namen zu nennen), deren Budget für Werbeaktivitäten größer sei als das Jahresbudget des iranischen Außenministeriums.

https://www.radiofarda.com/a/iran-fm-minister-reacts-to-resistance-against-fatf/29596099.html
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
zarif: manafe°e dahha hezar milyardi dalile faza-sazi °aleyhe lawayehe pul-shuyi ast

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Iran: Entführter Lehrer Haschem Chastar freigelassen

Ali Schirasi - 12. November 2018 - 20:04


Haschem Chastar zusammen mit seiner Frau nach seiner Freilassung

Wir hatten berichtet, dass die sogenannten Sicherheitsorgane den gewerkschaftlich aktiven, im Ruhestand befindlichen Lehrer Haschem Chastar entführt hatten und die Angehörigen über seinen Aufenthaltsort im Ungewissen gelassen hatten. Später stellte sich heraus, dass er zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde. Proteste von Lehrergewerkschaften und anderen Gruppen hatten jetzt Erfolg. Sie führten zur Freilassung von Haschem Chastar. Dieser bedankt sich in einer Grußbotschaft an die Unterstützer und hofft, dass auch anderen Gefangenen diese Unterstützung zuteil wird.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89822
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
payame hasheme xastar be mardome iran pas az azadi

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Iran – Haft-Tape: Zuckerarbeiter streiken auf dem Basar

Ali Schirasi - 12. November 2018 - 19:57

Seit sechs Tagen schon (bezogen auf den 10. November) streiken die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape nun schon auf dem Basar der Stadt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169445
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
film / tajammo°e kargarane neyshekare haft tape dar shishomin ruze e°tesab dar bazare haft tape

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Iran – Ahwas: Erneute Proteste der Stahlarbeiter

Ali Schirasi - 12. November 2018 - 19:52

Vor drei Tagen haben die Stahlarbeiter von Ahwas ihre nächste Protestrunde eröffnet. Erstes Ziel war der Sitz der Provinzverwaltung von Chusestan, wo die Arbeiter die Parole riefen: „Hossein, Hossein, ist ihre Parole, und Diebstahl zeichnet sie aus.“ Das spielt auf die Praxis der schiitischen Fundamentalisten an, sich mit dem Schlachtruf „Ya Hossein“ in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Jetzt sind die Pasdaran an der Reihe
Aber die Proteste der Arbeiter enden hier nicht, sie richten sich jetzt gegen die Gruppe, die ganz zentral das wirtschaftliche Geschehen im Iran kontrollieren, die Revolutionswächter (Pasdaran).
Die Pasdaran (Revolutionswächter) haben eine großen Teil der iranischen Unternehmen in ihrer Hand. Viele große Wirtschaftsprojekte gehen ohne gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibung an die Pasdaran-Unternehmen, die sie dann mit schlechter Qualität ausführen. Um an begehrte Aufträge zu gelangen, schrecken die Pasdar-Unternehmer auch nicht davor zurück, Dokumente zu fälschen, Mitbewerber zu bedrohen und Privatunternehmer aus dem Geschäft zu verdrängen.
Als Beispiele werden der Bau von Staudämmen und Wasserpipelines (Umleitung des Wassers aus großen Flüssen genannt), auch der Bau der Ring-Autobahn um Teheran liegt in den Händen der Pasdaran. Dieses Wissen ist im Iran inzwischen Allgemeingut, so dass die protestiertenden Arbeiter des Stahlunternehmens von Ahwas sich am heutigen Montag, dem dritten Tag ihrer neuerlichen Kundgebungen, direkt vor dem Sitz des Geheimdienstes der Pasdaran in Ahwas versammelt haben und die Parole „Marg bar Mafia“ (Tod der Mafia) riefen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169608
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze tajammo°e kargarane goruhe melliye fulade ahwaz moqabele qarargahe ettela°ate sepah war sar dadane sho°are marg bar mafiya

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169573
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze e°teraze kargarane goruhe melliye fulade ahwaz, 21 aban

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169444
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
film / doure jadide e°tesabe gostarde wa e°terazate kargarane goruhe melliye fulade ahwaz dar moqabele saxtemane ostandariye xuzestan ba sho°are hosein hosein sho°areshun, dozdiye eftexareshun; 19 Aban 97

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"Gefängniskultur" im Iran

MehrIran - 11. November 2018 - 22:07

mehriran.de - Drei der Derwische, Ebrahim Allahbachschi, Ali Karimi und Dschafar Ahmadi, die im Großen Teheraner Gefängnis inhaftiert waren, wurden nach einem Angriff von Gefängnisaufsehern in die sogenannte "Methadon"-Abteilung verlegt. Von ihnen wurden 120.000 Toman verlangt, nur um für eine Woche auf dem Boden innerhalb der Zellen schlafen zu dürfen.

Die Häftlinge in der Methadon- Abteilung von Gefängnis sind in der Regel für Süchtige, Mörder und Diebe gedacht. Nach Angaben dieser drei Derwische ist die Gelbsucht eine allgemeine Krankheit in dieser Abteilung und es fällt ihnen leicht die Toiletten zu benutzen, weil das Risiko an Gelbsucht zu erkranken sehr hoch ist. Es wird gesagt, dass der Mangel an Trinkwasser und der Einsatz giftiger Insektiziden in Kasch zu den anderen Problemen gehören, mit denen Methadon-Häftlinge konfrontiert sind.

Laut Madschzouban-e Nuur, einer von Derwischen betriebenen Webseite, findet die Erpressung der Derwisch-Häftlinge unter verschiedenen Vorwänden statt. Zum Beispiel haben die Behörden des Faschafiyah-Gefängnisses nicht nur den bedauernswerten Zustand herbeigeführt, sondern auch die anderen Gefangenen gegen die Derwische aufgehetzt und ihnen freie Hand im Umgang mit ihnen gelassen.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Sicherheitskräfte des Faschafiyah-Gefängnisses am Morgen des 29. August 2018 die Derwische in Abschnitt 3 angegriffen und mit Schlagstöcken, Elektro-Schockern und Tränengas  zusammengeschlagen und attackiert haben.

Alborz Eskandari, Kasra Nouri, Reza Entesari, Pouria Nouri, Mehdi Eskandari, Said Soltanpour, Mehrdad Rezaei, Ali Obeydavi, Hassan Schahreza, Sekhawat Salimi, Amir Noori, Jafar Ahmadi, Babak Moradi, Majid Moradi, Mohammad Reza Darvishi, Heydar Teymoori, Ali Mohammad Shahi, Alborz Eskandari, Amin Soleimani, Sajjad Baradaran und Akbar Dadaschi wurden von Gefängniswärtern zusammengeschlagen und ihr körperlicher Zustand ist sehr kritisch.

Zwei Gonabadi Derwische, Ahmad Iranchah und Saeed Durandisch, die im Großen Teheraner Gefängnis inhaftiert waren, sind aus Protest gegen die Informationssperre in Bezug auf die Situation der acht Derwische nach dem Angriff am 29.August, im Streik getreten. Sie sagten, solange es von den vermissten Derwischen keine Information gäbe, wollten sie auch keinen Besuch oder ein Telefonat mit ihren Familien haben.

Quelle: http://www.kampain.info/archive/25188.htm

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Neue US-SanktionenGeht Irans Wirtschaft in die Knie?

Iran Journal - 10. November 2018 - 20:57

US-Präsident Donald Trump will den iranischen Ölexport mit neuen Sanktionen komplett zum Erliegen bringen. Die Islamische Republik versucht, die Wirkungen der Sanktionen einzudämmen. Doch kann Teheran die Krise erfolgreich meistern?Seit dem Inkrafttreten der neuen US-Embargos am 4. November umfasst die Liste der Sanktionen gegen den Iran 700 Bereiche, 300 mehr als noch unter der Regierung Barack Obamas. Experten wie der iranische Ökonom Mohsen Jalilvand warnen vor schwierigen Zeiten und plädieren für gezielte Vorbereitungsmaßnahmen. Irans Machthaber jedoch versprechen, dass die neuen Sanktionen keine große Wirkung haben würden und das Land in der Lage sei, sie erfolgreich umzugehen.

Ayatollah Ali Khamenei, das religiöse Oberhaupt der Islamischen Republik, sieht die Sanktionen sogar als Chance, sein Land von Öleinnahmen unabhängig zu machen. Die Wirtschaft könne dadurch aufblühen und das sei letzten Endes ein Verlust für die USA, meint Khamenei.

„Ein Barrel Öl kostet mittlerweile 80 statt 30 Dollar. Ich denke, dass wir selbst mit einer Exportmenge von einer Million Barrel pro Tag die gleiche Summe wie bisher verdienen würden“, erklärte Irans Vizepräsident Eshaq Jahangiri am 28. Oktober  optimistisch.

Wie sieht es tatsächlich aus?

Ein genauerer Blick auf die Ölexporte des Landes zeigt jedoch, dass die Sanktionen die iranische Wirtschaft sehr hart treffen und zu sozialen Unruhen vor allem in den ärmeren Bevölkerungsschichten führen könnten.

Infolge der internationalen Sanktionen ist die iranische Erdölindustrie veraltet

 

Die iranischen Öleinnahmen brachen erstmals 2011 ein, als die USA und Europa gemeinsam am Strang der Sanktionen zogen. Die Rohöl-Ausfuhrmenge ging damals von täglich 2,5 Millionen Barrel auf nur noch 1,3 Millionen im Jahr 2013 zurück. Nach dem Wiener Atomdeal von 2015 konnte Teheran die Exportmenge jedoch wieder hochfahren.

Im vergangenen Jahr betrug die Exportmenge durchschnittlich 2,1 Millionen Barrel pro Tag. Und zum April dieses Jahres hatte der Iran die 2,5 Millionen Fass-Marke wieder erreicht. Doch der Rückzug der USA aus dem Atomdeal im Mai stoppte die positive Entwicklung. Berichten zufolge soll der iranische Ölexport allein von August bis September 2018 um 35 Prozent abgenommen haben. Prognosen rechnen für November mit einer Exportmenge von 1,3 Millionen Barrel täglich.

Die Kalkulation

Die Regierung von Hassan Rouhani kalkuliert in ihrem aktuellen Haushalt mit einem Ölpreis von 55 Dollar pro Barrel. Durch den gestiegenen Ölpreis sind die Einnahmen derzeit höher. Die Unsicherheit der Märkte angesichts der Lücke, die der Wegfall iranischen Öls reißen könnte, ließ die Preise bis Anfang Oktober steigen. Die Märkte entspannten sich jedoch, als verkündet wurde, dass acht Abnehmer iranischen Öls, darunter die Großkunden China, Indien, Südkorea und Japan, zunächst weiter Ölgeschäfte mit Teheran machen dürfen.

Laut der Energy Information Administration (EIA) wird sich der Ölpreis der Sorte Brent im laufenden Jahr auf durchschnittlich 73 Dollar pro Fass belaufen. Im kommenden Jahr erwartet die US-Behörde einen Preis von 74 US-Dollar. Sollten die aktuellen Sanktionen sich als ähnlich wirksam wie die vor dem Atomabkommen verhängten erweisen, würde die Exportmenge iranischen Öls wieder auf 1,2 Millionen Barrel pro Tag oder gar noch weniger zurückgehen. Dann würde das Land jährlich nur rund 30 Milliarden US-Dollar verdienen.

Die Regierung hat allerdings laut Gesetz nur auf etwa die Hälfte des Geldes direkten Zugriff: Denn mit 14,5 Prozent der Einnahmen werden Ölförderung und die Verwaltung der Ölindustrie vorangetrieben. 32 Prozent fließen in einen Fonds, der für die Finanzierung nachhaltiger Entwicklungsprojekte vorgesehen sind. Weitere drei Prozent sollen den Öl- und Gasstädten beziehungsweise unterentwickelten Regionen zugute kommen.

Irans Zentralbank ist auch von den neuen US-Sanktionen betroffen

 

Die Hoffnung

Die iranische Regierung hofft auf einen Engpass auf den Ölmärkten, den daraus resultierenden Anstieg der Preise und die Unzufriedenheit der Abnehmer. Daraus resultierende mögliche Einnahmen kämen dann zu den Einnahmen der Verkäufe, die das Land auf dem Schwarzmarkt tätigt.

Die Internationale Energieagentur hält das gegenwärtige Angebot auf den Ölmärkten für ausreichend. Laut dem aktuellen Bericht der Agentur werden die Märkte jedoch nach und nach unter Druck geraten. Produktionsprobleme in Venezuela und Libyen belasten das Angebot zusätzlich.

Doch Saudi-Arabien, Teherans Erzrivale in der Region, steht bereit, den Wegfall des iranischen Öls zu kompensieren. Riad erwartet sogar eine Sättigung der Märkte bis zum Ende des laufenden Jahres.  Und Moskau hat zwar den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen und die neuen Sanktionen kritisiert, ist an einem Rückgang der Ölmenge auf dem Weltmarkt jedoch nicht interessiert. Der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh hingegen ist davon überzeugt, dass der Bedarf ohne das Öl aus seinem Land nicht gedeckt werden kann.

Korruption wird zunehmen

Vor diesem Hintergrund versucht die iranische Regierung, mit kreativen Mitteln die Öleinnahmen aufrechtzuerhalten. Eines davon ist die sogenannte Energie-Börse, an der Privatkunden Öl kaufen können. Damit möchte die Regierung die Verkaufsmöglichkeiten so vielfältig wie möglich gestalten. Doch nicht alle Experten halten diese Idee für zielführend. Der marginale iranische Privatsektor sei der Aufgabe nicht gewachsen, monieren die Kritiker. Im Endeffekt würden wieder die Firmen aktiv werden, die zwar formal privat sind, in Wirklichkeit aber staatlichen Institutionen entweder gehören oder ihnen nahe stehen. Dies könne zu noch mehr Korruption führen.

Ein anderes Mittel, mit dem die iranische Regierung versucht, das Ölgeschäft am Laufen zu halten, ist das Verlagern größerer Mengen Rohöl auf Tankschiffen, die auf der Suche nach Abnehmern umher schippern und sich mit abgeschalteten Satelliten-Peilsendern der internationalen Kontrolle entziehen sollen. Diesen Weg ist das Land bereits bei den Sanktionen vor dem Atomdeal 2015 gegangen. Der Sprecher des Verbandes der Exporteure von Petrochemie-Produkten, Hamid Hosseinie, erinnert sich an die rund 100 Millionen Barrel Rohöl und Erdgasprodukte, die damals auf Tankern gelagert waren und letztendlich keine Kunden fanden: „Auf einmal sah man sich mit Unmengen von Öl auf den Tankern konfrontiert. Um sie loszuwerden, musste man Risiken eingehen. Deswegen wurde diese Aufgabe Leuten wie Babak Zanjani überlassen.“

Der 2013 unter dem Vorwurf der Korruption inhaftierte Multimilliardär und Unternehmer Zanjani wurde 2016 zum Tode verurteilt und sitzt derzeit noch im Gefängnis. Er soll Einnahmen aus dem auf dem Schwarzmarkt verkauften Öl unterschlagen haben.

SEPEHR LORESTANI

Aus dem Persischen übertragen und überarbeitet von Iman Aslani

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